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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
372
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Bon Religion,

Glaube, wenn er die Larve abwirst oder wider Willenverliert, mit dem frechsten Unglauben sich paaret?So glauben Viele an die Bibel, ohne zu wissen waSin ihr steht, denken dabei aufs frechste und verfolgen.Sobald das Evangelium gelesen wird, haben sie dieHand am Schwerdt und wissen nichts von demGelesenen; auf ihren Schwcrdtglauben aber bauensie freche Anmaßungen; diese sind ihr Glaube. For-mulargcwohnheit-

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Ehre man dies Glauben nicht der sogenanntenSinncsfestigkeit wegen; eben diese starre Fe-stigkeit ist furchtbar. Mit solchem Glauben will derEine Fieber, der Andre den Teufel vertreiben, derDritte das ewige Leben erben; der Vierte bis Hun-dertste hasset, neidet, verfolgt. ,,Glaubest du?"

ruft man dem Sterbenden ins Ohr. „Herr, ja, ichglaube!" Ob Hexen oder Geister? Gott oder Satan?ist gleich viel; er stirbt, wie man sagt, mit festerSeele, gläubig. Ein schrecklich Gespenst ist dieserFormularglaube auch schon dadurch, daß er an Wort-schälle gewöhnt, die, wieder kommend in Zeiten deSDranges und der Gefahr, auf die erschütterte Phan-tasie heftig wirken. Das Jesus-Maria undKyrie-Eleison haben so manchen Satan ver-trieben, so manchen Sieg erfochten; aber auch Sa-tane erschaffen, Siege verloren. In jeder dunkelnZeit waren Wortschalle, die man mit Zutrauenaussprach, von mächtiger, aber auch benebelnder,grausamer Wirkung; gesammlet, gäben sie eine merk-würdige Geschichte. An der heiligen Jungfrau z. B.