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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
369
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Le hrmei nungen und Gebräuchen. 3<>934 -

Der Cartesianismus, Wolfianis-mus u. f. haben in Stellen, die für sie gehörten,dasselbe Spiel getrieben; die Zeiten sind vorüber,die Deutungen sind vergessen, und wo man sie alsein msrnsnto rnorl noch antrifft, liefet man ver-wundernd. Das Spiel ist so oft gespielt; solltenwirs wiederholen?

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Oder sollte es gar zu einem ausgestellten Gesetzwerden, daß man über jede Schrift des Alterthumsdie mehr als hierarchische Gewalt üben dürfe, ihraus unsrer Philosophie eine bessere Deutung zu ge-ben? In Gerichten nennt man dies Kunstwerk mitdem unhöflichen Namen „verfälschen."

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Schriebe jemand eine Geschichte dessen, wasdurch Zusammenstellung mehrerer Lehrmeinungengewonnen und durch gewaltsame Durchtreibung irgendeiner einzigen Lehrmeinung cingebüßt worden: sowürde der aus jeder Alleinherrschaft einer einzigenIdee als Formel entsprungene ungeheure Nachtheilklar werden. Mehrere Lehrmcinungen zusammenge-stellt geben doch immer ein artiges izuock libot;jeder hat und behält sein Urtheil frei. Eine Lehr-meinung hingegen, zumal von wütenden Jüngernumhergetragen, um aufgehalset zu werden, ist derseidene Strick des Sultans in Janitscharen-Händen;niemanden erfreulich.

Herders Werke z. Net. u. Theos» XII. A a