Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
364
Einzelbild herunterladen
 

364

Von Religion,

ersten Lauterkeit zu bringen, eben der Zweck der-Religion sey? (Eph. 4, 23. 24.)

24.

Nicht wahr, daß dies geschehe, wenn wir dieGemüthsart, die nur durch irrige Lüste verdorbenward, ablegen. Nein! Der Teufel selbst exsistirtin uns; ein radicales Böse, das zwar die Schriftnicht kennet, das aber die Philosophie der Religion„innerhalb der Grenzen der Vernunft" ausgeforschthat, und postul iret. Nach ihr ist das Böse imMenschen nicht Abweichung vom Gesetz, Unart;des Menschen an sich gute Triebe kommen nicht inUnordnung; sie werden nicht unzeitig erweckt oderfalsch geleitet; keine böse Gewohnheit, kein durchBeispiele, Reize und Verführungen, endlich durchallgemein-herrschende falsche Maximen wachsendesVerderben unsres Geschlechts wird, wie cs die Bibelanzeigt und schon (r Mos. 6, 3. 5.) in der Geschichteder ersten Verführung einer Tricbereichcn , leicht be-weglichen Mcnschennatur sinnlich darstellt; nein!sondern der Teufel ist in uns gekrochen, der unsunter dem Namen des radikalen Bösen,„von dem Niemand weiß, wie es in die menschlicheNatur gekommen, noch wie es heraus kann?"bewohnet.

25.

Was hilft mir nun das hohe moralische Gesetz,das ich mir selbst gebe, wenn nicht etwa nur einanderes Gesetz, sondern eine radikale Machtin mir ist, die es vernichtet? Der reine Wille, derUnvermögende, durch den „vielleicht nie in der