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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
329
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Leh cmeinungcn und Gebräuchen. Z29

2.

Alle Evangelisten, die dieser Handlung erwäh-nen, geben die Umstände, unter welchen sie vorsiel,so einstimmig an, daß über ihren ursprünglichenSinn durchaus kein Zweifel seyn sollte: denn ebendiese Umstände sind gleichsam die Seele derHandlung. In keinem andern Moment des LebensJesu konnte geschehen, was hier geschah: in keinemandern Moment seines Lebens konnte Christus sprechen,was er hier sprach.

3 .

Erstens. Es war die letzte Mahlzeit, dieer mit seinen Jüngern hielt; sein Tod schwebte überihm, an dessen so nahe Nahe keiner seiner Tisch-genossen dachte. Der Vcrrälher allein, der dieUcbeclieferung seines Freundes verabredet hatte,wußte dies, wiewohl er, (nach seinem spatcrn Be-nehmen zu nrtheilcn,) eine Todesgefahr sich auchnicht vorsteilte. Da, nur da, in der Nacht,da er vcrralhcn ward, sprach Jesus die Worte,die alle Evangelisten mit der großmüthig-schonendcnEnthüllung des Vcrräthcrs unmittelbar verbinden.„Mich verlangte herzlich das Osterlamm mit euchzu essen: denn ich sage euch, daß ich davon nichtmehr essen werde; die Hand meines Vcrräthcrs istmit mir am Tisch. — Da nahm Jesus das Brodt,da nahm er den Kelch u. f." — Was sagt, wasredet dieser Umstand anders, alS: „Euch unvermu-thet, ungcglaubt, aber dringend, andringcnd ist dieNahe meines unvermeidlichen Todes."