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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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321
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Lehrmeinungen und Gebräuchen. 32 »

der, seinem Christus nach, in den Todgieng, mußtegewiß ein starker Muth beleben, und wann kleidetsich Hoffnung, eine Hoffnung, die den Todüberwindet, nicht in Bilder? Hatte gleich schonPaulus gesagt: ,,du Narr, was du säest, ist nichtdas, was aufgeht;" so konnte doch die menschlicheBefangenheit, die keinen Leib als den jetzigen kennet,nicht anders als in ihm eine Wiederauflebung zuneuem ewigem Genuß sinnlich denken. Alle Völkerder Erde dachten über den Zustand nach dem Tode,den verschiedenen Perioden der Entwicklung ihrerBegriffe gemäß, nicht anders.

27.

In der Christenheit hat der Glaube an einAufstehen aus dem Grabe den damaligen Zeitengemäß unzweifelhaft viel Gutes bewirket. Auch beirohen Völkern hat er die Achtung, die dem mensch-lichen Leichnam gebührt, den Frieden, den manden Gräbern schenkte, als Religion gesichert, mit-hin diese Völker humanisiret. Auch die Thranender Hinterbliebenen stoßen sanfter beim Grabe, wennman sich in ihm ohne Skrupel den Tobten nurschlafend, bald fröhlich erwachend gedachte. Dastrostlose Trauergeheul der Völker, die keine Hoffnunghaben, ward durch diesen fast natürlichen Glaubenin jenen Flötenton verwandelt: *)

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Herders Werke z.Rel.u.Theol. XII. T