Von Religion,
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ist kein wilder Trieb, sondern hat seine Regel insich. Er heiliget, d. i. er sondert vom Miß-brauch; er züchtiget und läutert.
i6.
Wodurch dieses? Jedem Triebe der Natur istnicht nur seine Art, sondern auch sein Maas be-stimmt ; verfehlt er beide, so ist die Natur einscharfer Wächter und Richter. Wesentlich ist ihmalso (ein xaXov) ein Umriß vorgezcichnet, in Er-reichung dessen er Genuß und Seligkeit findet, aus-serhalb welchem er sich überstrengt und ermattet,oder statt Seligkeit mit Uebcrdruß und Reue ge-lohnt wird. Wenn dies ein allgemeines Gesetz derNatur ist : so muß es seine Wirkung auch im Reichder geistigen Triebe des Menschen, seiner Kräfteund Neigungen äußern. Auch hier wacht ein gu-ter Geist in uns, der die schlafenden Kräfte weckt,ihren Mißbrauch aber zeihet und uns vor dem Ue-bermaas bewahret. Nenne man ihn Vernunft,Gewissen u. f.; alle Weisen haben ihn für eineStimme Gottes erkannt; er ist eine innereprüfende Richtschnur.
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Was von außen ihn anspricht, nennen dieEbräer Befehl-Wort Gottes; die strengsteBemerkung, die achtsamste Aneignung dessen, wases unscrm Innern saget, ist Herzensreligion.Sie belehrt, sie bessert.
18.
Mit diesem Geiste sprach das Ehristenthum die