Lehrmeinungen und Gebrauchen. 285
geübt und unS mit Fragen und Antworten, dirimmer Worte find, ermüdet haben, wann kom»men wir zum Bewußtsein, zur Uebung und zumGenuß der Wahrheit? „Sofern kenne ich Gott,sprach jener Allvater, als ich ihn mit meinem Ge,müth kennen gelernt; so weit habe ich ihn, als ichihn in meinem Gcmüth habe." Ein anschaulicherBegriff der lebendigen Macht, Weisheit und Güte,die sich in den Werken der Natur darstellt, EinBlick in mein Inneres, was ich sey und aus mirwerden sollte? jede Bestärkung der Regel in mir:„nicht blos dann und wann, sondern immer zuscyn, was ich seyn soll, dem leitenden Auge desAUbeherrschcrs in Allem zu folgen ," giebt mir mehrals alle Speculalionen. Es bringt ein RichtmaaSin meine Gesinnungen , in mein Leben Haltung undGleichheit, (vitas ienorsirr et se^ualitatern) danichts elender ist, als:
sidi HuisHua valit? nescire et heiserere
d. i.
sernxer.
Immer fragen und nimmer wissen, was jeder vonsich will.
2t.
Oder spricht deine Lchrmeinung ewig und immervon einem aus dir gezogenen, von dir gebildeten,zwar an sich wesenlosen, aber doch unentbehrlichenIdeal der Gottheit? Lieber, wenn Du und deineganze Schopfer-Zunft praktischer Vernunft- undGottheitideale zu Grunde gicnge, so ist das Ehorder Sterne und das stille Gcmüth da, das den großen