Lehrmeinungen und Gebräuchen. 269
Du ns Scotus , noch Petrus LomparduS,noch irgend ein andrer seraphisch-angelischer Doctorgedacht, wenn sie gesunden Verstandes waren. Siedocirlen, doctocirtcn, disputirten. Die Staatsre-ligivn ging daneben ihren Gang fort, die Mystikden ihrigen; und das Christenthum blieb, was cswar, ein heiliger Saamc, hie und dahin geworfen,in jedem guten Lande aber fruchtbar und seinerNatur nach frei von allen Systemen.
26.
Als der Protestantismus auftrat, zerstörte ereine Menge fremder Lchrmcinungen der frommenVater; andre hielt er gewaltig und fast gewaltsamvon sich ab; andre schonele er, und mußte sic scho-nen. Da er für Leib und Leben, für Heerd undAltar zu streiten und sich sogar dafür zu sichernhatte, daß man ihn nicht für eine Rotte Manichäer,Atheisten und Schwärmer hielt, mußte er mitfeinen Gegnern nicht nur auf gleichem Boden blei-ben, sondern sogar einen höhern Standort gewinnen,und sie in ihrer eignen Streitmanier mit bessernWaffen bekämpfen. Fast jeder dieser streitendenHelden hat an seinem Ort des Gefechts ein kleinesoder großes Verdienst. Die Tenne ward gefegt,und so manche Spreu verflog im Winde. Daßnicht alle verflog, daß man nicht bis auf den letztenHalm zu säubern fortfuhr; wer konnte, wer wolltedies vom damaligen Jahrhundert und von diesenwenigen, mit Geschäften und Sorge beladenen Män-nern fodern? Sie haben ungeheuer viel, einige fastzu viel gcthan, diese kämpfenden Allvätcr; ihrenNachfolgern ward das Streiten sogar zur zunftmäßigen