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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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Von Religion,

Mahler, so wenig Klopstock, Milton oder einandrer Dichter federn wird , daß seine dichtende Dar-stellung für Geschichte erkannt und als solche bevoll-mächtiget werde; weit weniger muß ein Meynerverlangen , daß, sogar den Gesetzen der Auslegungzuwider, sein Meynen dem andern Religion werde:denn wer kann nicht, und was kann man nichtmeynen?

24.

An irgend einer Lehrmeinung, d. i. an einerEinkleidung, Dichtung, Erklärung, Auslegung u. f.sollte meine Religion, meine innerste Gewissen-haftigkeit, mein Glaube, meine sicherste Zuversichthangen? Welch ein Elender müßte ich, welch eineElende müßte meine Religion seyn! Und wer diesxro guo von mir federte, wäre, wo nichtein Heuchler, ein Thor, so doch ein sehr spaß-hafter Religionsstifter.

25 .

Lehrmeinungen an Ort und Stelle sind sehr zuehren; die Geschichte derselben ist eine Zeugin desfortstrebenden, wenn auch nicht immer des weitergelangenden Menschenverstandes, seiner rastlosenPhantasie und Speculation. Auch in der Ehristen-geschichte ist die Fortleitung und Ausspinnung derDogmen, so wie die ganze Ketzergeschichte gewißnicht ihr unmerkwürdigstcr Theil; manches gejagteoder losgebundene Roß schlug eben im Strauchelndie Hellesten Funken. Daß aber die Aristotelisch-scholastische oder irgend eine andre Religionsphiloso-phie Religion werden sollte, daran haben weder