Lehrmeinungcn und Geb rauchen. 265
ward dieser Unterschied offenbar. Bon einer Fa-milien-Religion Abrahams, von einer Lan-des- und Staatsreligion Moses konnte imAngesicht des Universum nicht mehr die Rede seyn;was Christus „Reich Gottes" nannte, trat als eineMenschenreligion unter die Völker. Natür-licher Weise wollten alle Völker darüber dann auchmeynen. Jedes Volk kleidete den empfangenenBegriff nach seiner Art ein; der Morgenländer inPhantasieen und so wurden gnostische Aeonentafeln,Systeme von Lehrmeynungen nach jüdisch - syrisch-ägyptisch-persischer Weise. In den Abendländernstritt man gegen die Abgötterei und die Schulender Philosophen; man kleidete also seinen Vortragin ihre Sprache, und um mit ihnen auf ebnem Bodenzu fechten, bediente man sich sogar ihrer Strcitart.Wenn die Platoniker gern aus eingcräumten Sätzen(xcrr «,-^(,«7rov) disputirlen: so gebrauchte mangleiche Waffen, und stellte seine Gründe ökonomisch(xar mxovo/atav) dar. Jetzt traten Lehrmeinun-gen andern Lehrmeinungen entgegen; nach Land undZeit gekleidet und wohl genähret, wurden sie endlichstehende Heere.
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Das Christenthum lehrte; unter den redneri-schen Griechen lehrte es rhetorisch. Nun aberverflicht nichts so leicht in wohlgefällige Lehrmci-nungcn, als das Feuer der Rede. Im angenehmenAugenblick wird der neue Ausdruck empfangen undgeboren; bewillkommend nimmt ihn das Chor derSchüler auf; er wird gepflegt und zum Abgott einerFormel erzogen. Dies mag dann bald ein an-