Von Religion,
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dem Gemüth begehe; ihm wird er also Religionwerden. Was soll er aber mit Lehrmeinungen thun,wenn diese ihm als Religion gegebene oder aufge-zwungene Satze gar nicht religiöser Art sind ? Glau-ben kann er doch nicht, wo nichts zu glauben, wozu erkennen, zu untersuchen, zu zweifeln, zu for-schen ist. Und wenn er eben hier nicht untersu-chen, nicht forschen soll, oder wenn in der ihmzur Erkenntnis vorgelegten Lehrmeinung gar nichtsErkennbares ist : was ist der ihm als Rcligionspflichtaufgelegte Glaube anders, als ein Spott, den manmit ihm und mit dem Wort Glauben, Reli-gion treibet?
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Ein niedriger Spott: denn der Glaubensaufle-ger muß wissen, daß man nicht glauben kann, wonichts zu glauben ist; ja er ist davon meistens selbstüberzeugt, weil er seine kahle Lehrmeinung seltenselbst glaubet, sondern nur herbetet. Er mahnt dieWortformel ohne innere Ueberzeugung an und pflanztsie als einen Wortschall weiter. ,»Neige deine Stirn,spricht er zum Andern, damit mein hohler Schädelan deinen hohlen Schädel stoße. Hörest du denSchall? Das ist ein Dogma, das eben so in michüberging, wie ich cs dir gebe."—> Niedriger Spott,der Wortschalle als Religion giebt, statt Religionsetzt, und damit, was Religion ist, vernichtet.Ein Heide würde sagen: „Sophist, du spottest nichtnur meiner, sondern der Götter selbst, deren Hei-ligstes auf der Erde du zu vertilgen trachtest. DeineSophismen können doch nicht Religion, du kannst