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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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257
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LehrmeinungenundGebrauchen. 267

unzweifelhaftes Ding thun. Denn selbst wenn dasForschen Religion wird, hört cs auf Zweifel zuseyn; es wird Angelegenheit, P flicht, Ge-sinnung. Gegentheils sobald durch hin und hergeschobene Lchrmcinungcn etwas, was mir Reli-gion ist, wankend gemacht werden kann, höret csaus Religion zu seyn; es wird Problem, Hypo-these, und von einer Schule gesetzt, Lehrsatz,Lehrmeinung. Man kann auch anders mcynen ;ja wo man nur mcynt, will man eben an Religionnicht denken. Willkürliche Lehrmeinungcn sind dasGrab aller Religion gewesen und werden cs bleiben.

5 .

Religion setzt innigstes Bewußtseyn (oon-kcisntiain), Uebcrzeugung voraus; sie sodcrtGlauben, sie bauet auf Glauben, sie wirktGlauben. Ohne Uebcrzeugung des Gemülhs istdas Wort Religion ein Name, eine Verspottungder Dinge, die man zur Religion macht, ohne daßsic uns im Innern Religion sind, mithin ein Gau-kelspiel, eine Maskerade. Soll Religion mit Lchr-mcinung, Dogma, Behauptung, Problem Einsund Dasselbe und diese Religion seyn; warum solltenicht jeder gcdankcn - und gemüthlose Cultus Reli-gion heißen dürfen?

6 .

Warum nicht? Denn bei einem an sich sinn-losen Cultus kann man doch nimmer wehren, daßder Mensch von Gemüth Sinn hinein lege, mit-hin den von andern sinnlos gefeierten Gebrauch mitHerders Werke z. Rel. u. Thcol. XII. . R