Von Pcrsonificationrn des Geistes. 227
1.
Uns Deutschen sagt das Wort Geist durchausnicht, was den Ebracrn ihre Ru ach sagte. Jenenwar sie als Wind, Hauch, Anhauch einWort der Macht, ein Andringen und Wir-ken des stärksten Elements, Belebung. MancheSpielereien, die wir uns mit dem Wort Geisterlauben, litt bei ihnen schon die primitive le-bendige Bedeutung des Worts nicht. *) Derandringend - treibende Alhcm der Welt, der tödtctund versengt, erquickt und belebet, gab einer klein-lichen Persvnisication nicht Raum: denn, von Gottgebraucht, war die ganze Macht Gottes, seine Ge-genwart, sein Dascyn in ihm wirkend. „Wo sollich hingehen um deinem Anhauch zuentgehn? wo soll ich hinfliehen um dei-nem Anblick zu entweichen?" — Wederdiesen Anblick, noch diesen Anhauch durfte undwollte ein Ebracr schnitzen, bilden, mahlen oderpersonificiren. (2 Mos. 2. 20, 4.) Dem Phönicierüberließ erö , die Kol-Pi-Iah, den Hauch des
^°) In alten deutschen Glaubensbekenntnissen undUebersetzungen hieß der Geist Gottes auch Got-tes Athem, dafür man nachher das WortGeist ge wählet hat. Da die Wurzel desletzten Worts zweifelhaft oder verloren ist: sobrauchen wir cs blos in einer abstrakten unbe-stimmten Bedeutung.