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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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225
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Bon Pcrsonificalionen des Geistes. 226

und Zeiten. Bilder, die einst am Leben wa-ren, starben und treten verjüngt, d. i. neu mcta-morphosirt auf. Oft bringt Eine neue Bege-benheit tausend neue Bilder in Gang und verän-dert ganz die Sprache älterer Zeiten.

Grundsatz. 4.

Einen großen Unterschied hiebei macht dieStufe der Cultur, auf der ein Volk stehet,und die Hülfsmittel, die es in seiner Gewalthat, Lildidccn festzustcllen oder zu verwandeln.Ein singendes Volk z. B. laßt den Ideen freienLauf; die Psalmen, Pindar u. f. wechseln undverbinden rasch ihre Bilder. Unter allen Nationenist die lyrische Dichtkunst die freieste im Wechselder Bilder, weil Begeisterung in ihr singet unddichtet. Viel eingeschränkter ist der erzählende,noch mehr der lehrende Poet, der seinen Wort-schöpfungen Umriß geben und ihnen treu bleiben.muß. Weit hinter beiden stehet der Redner,zumal wenn er lehret; Er und der Philosophhaben in Bildern, die ihnen eigentlich nicht mehrBilder sind, der genauesten Bezeichnung nöthig.Indessen erhält sich auch hier der Redner a n sVolk seine ursprünglichen Vorrechte: denn dieSprache des Volks, wie dessen Sprüchwörtcr zei-gen, liebt einen raschen, freien Gebrauch der ihmbekannten Gleichnisse und Bildwörtcr.

Grundsatz. 5 .

Den merkbarsten Unterschied in der Vorstellungoder Verwandlung der Bildausdrücke giebt einemHerders Werke j, Nel. ». Lhcol. LH. P