Vom Geist des C h r i ste n th um s. 197
erhalten werden. Haben wir nicht manche welkeBlatter dieser Art schon fallen gesehen? sehen wirnicht so manche andre vcrschrumpft ihrem Fallnahe? — Wenn also dort und hier abermals eindürres Blatt hinabsäuselt, lasset uns nicht denken,damit sei) das Christenthum verloren. Wollte Gott,das dürre Laub läge allenthalben sanft danieder!Dann rüstet sich, obgleich der Winter cintritt, dieNatur zu einem neuen Frühlings, und wenn diesererwacht, stehen unter dem jungen Laube die altendürren Blatter erbärmlich da. Kläglich rauschendscheinen sie zu sagen: „warum sind wir noch nichtabgewehet, unsre Zeit ist vorüber."
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An Kraft fehlets der Natur zu diesem neuenFrühlings nicht. Der Wind wehet, wo er will,sagt Christus; du weißt nicht, von wannen erkommt und wohin er fährct ; so ists mit der P a-lingenesie des Geistes, d. i. der Geburt einerneuen Zeit. (Joh. 3 , 8.)
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Siehe die Geschichte des Christcnthums an.Wie lange ward cs vorbereitet! Und auf wie son-derbaren Wegen erfüllte cs die Zwecke der Vorse-hung, meistens ohne daß seine Bekenner darandachten. Ihre Unvernunft hals oft der Vernunftaus; ihr Wahnsinn vereinigte die Völker. Werhat dem Christenthum am tiefsten geschadet? Seine