Vom Geist des Christen thums. 196
ächte geborne Kapernaitm, oder ehegestern chrisiia-nisirte Juden aus Pontus und Kappadocien wären;müßte man nicht fragen, ob der Redner aus einerWunderhohle gekommen sey, in der ec zweitausendJahre ruhig geschlafen: Wahrlich, die jüdischen
Worte thun es nicht; in Schällen wohnt nichtder Geist Gottes, sondern in Gesinnungen,die immer den natürlich wahren, eigenstenAusdruck wählen. Hierauf drang Luther seinerZeit gemäß; hierauf sollen wir forkdrinacn und denalten Judaismus ge rm an i sire n. „So ich nichtweiß der Stimme Deutung, bin ich ein un deut-sch er Barbar dem, der da redet; und der auch inder Sprache des Geistes redet, wird mir ein Barbar.Lieben Brüder, sepd nicht Kinder am Verständniß.So die Pfeife oder Harfe nicht einen deutlichen Tonvon sich giebt; wie kann ich wissen, was gepfiffenoder gcharfet ist?" sagtPnulus. lr Cor. 14, 1 — 20.)
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Was von der Sprache gilt, gilt auch von Ge-bräuchen. Das Handauflegen z. B war von denZeiten der Patriarchen an ein Ausdruck des herzlichenWunsches, des väterlichen Segens oder der gegebenenVollmacht. In der mosaischen Constitution war esbei allen heiligen Aenilcrn und Aufträgen Sittegeworden, und allerdings eine redende, prägnanteSitte, die sehr wohl sagte, was sie sagen sollte.Die Apostel bchielken sie von ihrem Lehrer bei; vonihnen gieng sie als Gebrauch bei Einweihungder Gemeinen, bei Anordnung und Bestellung der
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