Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
194
Einzelbild herunterladen
 

194 Vom Geist deS ChristenthumS.

Wesen des Christenthums zuwider, vielfältig mitFleiß mißdeutet worden, eine alte gemischteSprache, die einige Jahrhunderte früher oder spaterselbst in Judäa nicht verstanden wäre und damalsnur durch die Concurrenz mehrerer veranlassenderUmstände eine eigentliche Zeitsprache dieserUnternehmenden und der durch sie ge-stifteten Gesellschaft war, sie kann doch inihren Tönen keine magische Kraft haben, sogarun- oder mißverstanden Wunder zu wirken!So wenig heidnische Korinther und Römer den Briefan die Ebräer verstanden hätten; (daher Paulus andiese anders als der Verfasser des Briefes an dieCbräer an die Seinigen schrieb;) so wenig ist, ohneMühe des Unterrichts, uns Germanen eine Ju-dcnsprache verständlich, die man sehr uneigcntlichauch nur Hellenismus genannt hat, noch sünd-licher aber, wenn man sie nicht verstehet, Sprachedes heiligen Geistes zu nennen waget. Wirsind keine Hellenen; um Gesinnungen auszudrückenoder zu erwecken, bediene man sich (das kann jedeChristengemeine fodern!) unsrer Sprache. Manrede, wie die Apostel geredet hätten, wenn das Chri-stenthum unter uns entstanden wäre: denn unteruns, in unfern Gesinnungen soll cs leben;nicht im alten Judäa, nicht in einer seit zweitau-send Jahren verlebten Zeit.

6 .

Wenn man in eine Versammlung der Christentritt, zu denen der Lehrer spricht, als ob sie alle