190 Dom Geist des Christenthums.
zu welchem sie liefen, bald erreichbar denken: soward ihr Lauf beflügelt. Die Idee, daß alle diezum Besten der Menschheit mitgewirket, auch ander Frucht ihrer Werke Theil nehmen, und mit demAnfänger alles Guten eine freudige Gesellschaft bil-den würden; diese Idee zeigte ihnen den Kranzihrer Hoffnung in voller Blüthe: ein Gemein-
wesen der Menschheit, (für welches auch siein ihrem Kreise gewirkt hatten,) nicht durch blindeGewalt, sondern nach einem Spruch des Rechtsundder Billigkeit dargcstellt, von der mit Allmacht be-kleideten M enschenliebe.
Sollte nach dieser Darstellung (und sie ist wahr)der Geist des Christenthums einer Agötterei,eines Aberglaubens, oder der Unvernunft und Bos-heit bezüchtigt werden mögen ? Die Regel devVernunft, die achte Triebfeder allerM en sch en k raste zum höchsten Ziel, im weite-sten Umfange und freiesten Spiele setzt er in einenie ermattende, fortstrcbend-wachsende Wirkung. Er-kannt und unerkannt ists immer derselbe großeNaturgeist, der über den Wassern schwebet;allmählich erhellen sie sich; es sondern sich HimmelUnd Erde; Anhauch der Liebe allein aber beseelt,verknüpft, beseligt alle Wesen- Der erste wirksameStrahl dieser neuen Morgenröthe ist Licht derErkennt» iß; Geist der Gemeinschaft warund bleibet das Medium seiner fortstrebendcn Wirkung.