Vom Geist des Christenthums, 187
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Es wird auch zum Herzen der Völker gelangen,Trotz alles Widcrstrebens: denn das Widerstreben
der Völker wird immer nur von Wenigen bewirket,und der Geist, der Menschen an Menschen, Völ-ker an Völker bindet, d. i. das große Gesetz der Ge-rechtigkeit, Billigkeit und Liebe ist Geist derNatur, Regel der Vernunft, offenbareTendenz aller Menschengesellschaft. Na-tionen sind Aggregate von Menschen; was diesenheilig, recht und förderlich ist, muß jenen nothwen-dig einmal tausendfach heilig, recht und förderlichwerden: denn Nation ist nur der ausgedruckte Namealler unter ihr begriffenen Menschen.Daß Völker gegen einander in einem außerrecht-lichen Zustande leben, ist eine Lehre der Dämonen,für den Tartarus und das Chaos, in die mensch-liche Gesellschaft nicht gehörig ; ein Rest des Wahnstoller Barbaren.
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Je mehr sich zwischen Menschen und Menschen,zwischen Nationen und Nationen die Regel ihrerVerhältnisse, d. i. die Vernunft aufklart und gene-ralisiret, desto heller und Heller tritt, auch ohneseinen Namen, die Regel des Christenthu msan den Tag: „Alle für Alle!" Nur im HeilAller ist die Glückseligkeit jedes Einzelnen ge-gründet. Jede Gabe der Menschen wie der Na-tionen ist eine Gabe zum gemeinen Nutz. Sie mußes endlich, wäre es auch wider Willen, werden.