Vom Geist des Christenthums. r 83
den Layen also durften geistliche Unterschiede obwal-ten ; man erlhcilte diesem und jenem Stande Rechteund Ungerechtigkeiten zu Uebervortheilungen, zu Be-drückungen andrer aus ewige Zeiten, und heiligtesolche mit Talisman und Siegel. Dem Menschenendlich in allen Standen, den Priestern selbst, un-tersagte man über gewisse Einmal bestimmte Worteund Gebräuche alle Gedanken; da sich dann dieVerkehrtheiten der Stande gegen einander eben sohäuften, als brüderlich unterstützten und compen-sirten.
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Wer vermag dem Winde seinen Lauf zu unter-sagen, oder den Geist Gottes in der Natur zutödkcn? Wie in ihr Alles, was Leben hat, seinLeben zu äußern strebt, und sich hinaufarbeitet, seinDaseyn zu offenbaren, es andern einzudrücken, sichandern lebendig darzustellen und wiederzugeben: sostrebt die gestimmte menschliche Gesellschaft unwider-stehlich, unwiderruflich zu Aeußerung all' ihrer Kräfte,zu Aeußerung ihrer Kräfte in allen Gliedern.Was Kraft ist, dränget sich an seinen Ort, undwill gebraucht seyn. Je mehr eine Menschengesell-schaft sich selbst kennen, schätzen, anwenden lernt;desto mehr erweckt sie in sich Geist, Kräfte. Dennnur durch diese im gemeinsamen Spiel vermagsie etwas; nur in dieser Gesa mmt- und Wech-selwirkung lebt sie. Das Gleichniß Paulusvon einem Körper, der in allen seinen Gliederngesund, wirksam, thätig seyn muß, ist die Sacheselbst, kein Gleichniß. (r Cor. 12, 12— 3 i.) Rom.12, 3 —6. Ephes. 4, 1 — 16.) Die Natur kennet