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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
182
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i8z Vom Geist des Christenthums.

3.

Das Christenthum that hierbei einen unerwar-teten Vorschritt. Was in Staaten als Staatennicht ohne Mühe geschehen konnte, gestattete undbewirkte in ihm eine aus allerlei Standenund Classen der Menschen gcsammeletc G e-meine, (scclssia.) , ,Hier, hieß es, sind wiralle Glieder Eines Leibes, Eines wirkenden Geistes;Jedem ist gegeben seine Gabe zum gemeinen Nutz.Kein Knecht noch Freier, kein Mann und Weib;Wir sind Eins in Christo." (Eph. 3, i7. Gal.3, 28.) Freiheit und Gleichheit erschienen hier ohnealle Gefährde als Geistesgaben, mithin noth-wcndig zugleich in der untcrscheidendsten Ungleich-heit. Aber auch die kleinste Gabe sollte nicht ver-achtet , dje grossste nicht übergeschatzt werden: dennalle dienten Einem Allwirkenden, der alle belebte.

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Das Staats-Christenthum wich vondiesem genetischen Grundgesetz des alten Christen-thums bald ab, indem es, nach jüdisch-heidnischerArt, mehr als politisch, Stande trenncte, Gabenverbot, Gaben einschrankte. Es trennet? Clerusund Layen; ein Unterschied, den das Ur-Christen-thum gar nicht kannte, der seiner Grundvcrfassungdurchaus entgegen war, ja der seine erste Idee auf-hob: denn alle Christen sind Auserwählte, einheiliges Volk, ein königliches Priesterthum,wo der geringste wie der größeste vor Gott treten»und ihn lobpreisen sollte. Natürlich waren mitdiesem Einen Fehltritt alle gegeben. Auch unter