Dom Geist des Christenthums. 181
4 — 3 i.) Diesen seinen Zweck und Charakter zeigteschon seine erste Rechtfertigung. (Apost. 2.) die alsKennzeichen der neuen Zeit angab, daß auf Jungeund Alte, auf Sklaven und Freie, ausMann undWeib sich Ein Geist ausgiefie, der allerlei Ga-ben erwecke und belebe. An Zunft, an Geschlechtsei er nicht gebunden.
2.
In der Kindheit der Staaten wars anders. Ein-zelne Stamme, Geschlechter und Elasten der Men-schen zogen die vorzüglichere Cultur, mit ihr auchdas vornehmere Ansehen, Macht, Reichthum, aus-schließend an sich; durch unübersteigliche Mauernangeborncr Vorurtheile und positiver Gebräuche wa,ren diese von den geistlosen Elasten andrer Men-schen gesondert. *) Die Folgen dieser Einrichtungliegen in der Geschichte erwiesen da. Anmaaßung,Stolz, Trägheit, Härte, zuletzt die unbegreiflichsteUnnatur von der Einen Seite; Barbarei, Neid,Haß, zuletzt die geflissentlichste Widerspenstigkeit amandern Theile waren unvermeidliche Folgen dieserTheilung. Je mehr sich allenthalben der mensch-liche Geist regte, desto kräftiger warf er die Fesselnab und übersprang diese Mauren.
*) Auch die Ebräer unterschieden die Weisen, die Ge-lehrten vom Volk der Erde, den Ungelehrten,als einem äußerst verächtlichen Wolke. S, Joh.7/' ßg. und viele Sprüche ihrer Väter.
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