Vom Geist des Christen thums. 177
und mit scheinbarer Frömmigkeit begleitet. DasOrdentliche will außerordentlich, das Natürlicheübernatürlich seyn, oder darüber Gewalt, oder da-mit Gemeinschaft haben. Der irdnc Topf will odersoll im magischen Licht ein goldner Topf scheinen.
2.
Schon die Religion Moses war diesem Magis-mus feind; sie verbot nicht nur grobe Zauberei undZeichendcutung, das Vögclfragen und Todtensragenbei Lebensstrafe; sondern kein Bild Gottes odereiner göttlichen Kraft sollte magisch geformt, derName Gottes und der Schriftcharaktere zu überna-türlichen Wirkungen nie gemißbraucht werden. —>Dcmohngeachtet brachte man in spateren ZeitenMyriaden personisicirtcr Geister, guter und böserKräfte aus der Fremde nach Judäa, die magischallenthalben Alles besetzt hielten. Der unreine Geistdurchwanderte nicht nur Wüsten; er bewohnte nichtnur Gräber und Körper, sondern leider auch Gc-müther, Seelen.
3 .
Ein scheußliches Reich ist das Reich der Dämo-nen , auch noch im kleinsten Nachlaß seiner trauri-gen Wirkung. Höret einen Abergläubigen, demAlles Engel oder Teufel ist, der jeden Unfall derNatur, Krankheiten, Eonvulsioncn, Abscheulichkei-ten und Laster, sogar seine eignen und eigenstenGedanken magisch anflehet und darstcllt, höretihn erzählen, klagen, jammern; ihr schaudert, eureHaare heben sich, ihr glaubt einen Verrückten zuHerders Wrke z, Netz u. The»!. XII, M