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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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172
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172 Vom Geist des Christcnthums.

lichcr Bestrebungen tödtcte sie und stellcte sich alsdas sichtbargewordene Nichts, Form ohneGeist, leibhaft dar. Pralender Abgott! Der stolzeBetrug erfand dich, und der sinnlose Stupormag dich verehren.

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Der Geist des Christcnthums fliehet nicht nur,er zerstört leere Formen. Wie in der tausend-gcstaltigen, Inhalt - und absichtreichen Natur der Geistder Schöpfung jeden Augenblick neugegenwärtig Alleserfüllet, Alles belebet; Er kennet keine Larven undMasken; aus der Verwesung selbst rufet er Wesen,neue Gestalten hervor, damit sie nicht scheinen, son-dern seyn mit lebendigen physischen Kräften. Soauch das Chcistenthum, der Geist moralischer Wir-kung. Todtes Ccrimoniel, eine Form, die ihrerselbst wegen da scy, kennet er nicht. Hätte sie Chri-stus gekannt; seine Idee von einem lebendigengeistreichen Reich Gottes wäre ihm auchnicht im Traum erschienen. Wie andre seiner Na-tion hätte er auf den ccrimoniellen Messias gewartet.

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Unfehlbar ists, daß dieser Larven-vcrscheuchcndeGeist des Christenthums, seiner Natur nach, früheroder später in Alles wirken muß, dem eine leereMaske anklebt. Wenn Gott kein Cerimoniel ver-langet, haben wir Menschen dazu Beruf und Muße?Ist unsere Lebenszeit nicht so kurz, sind unsre Pflich-ten nicht so dringend, daß, sobald wir sie kennenund mit Liebe üben lernen, wir einzig aus Gefühl