270 Vom Geist des Christcnthums.
kostbar war. Durch diese Prachtgewande, Cerimonien,'Tempel und Lichter zog man indcß die Augen derMenge an sich und hat den Geschmack ganzer VölkerJahrhunderte lang sehr verunstaltet und mißgelcitct.
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Wie jede Unart sich selbst straft, so auch diese;eben die drückende Pracht und Kostbarkeit desStaats -Christenthums trug bei neuen Um-wandlungen der Dinge zu seinem Verfall bei, undmuß einst, wenn die Zeit kommt, seinen Fall be-fördern. Aller Cerimonien wird man satt, derimmer wiedcrkommcndcn, in dunkeln Zeiten ent-sprungenen, abcnthcuerlichen, und dabei kostbarenCerimonien gewiß endlich auch, so viele Gewichteder fromme Wahn und die Kirchcngewalt daranknüpfen mögen. Man durste die Schriften derApostel nur aufschlagen, so fand, schon in dendunkelsten Zeiten der Albigenser, Waldenser u. f.,der gemeinste Menschenverstand, daß dies Alles nichtnur nicht geboten, sondern als jüdischer und heidni-scher Tand ausdrücklich untersagt und abgeschafft sey,ja daß das Christenthum diese Abschaffung eigentlichzum Zweck gehabt habe. — Allenthalben also,wo dieser fremde Prunk ihm noch auflieget, da kannman sicher und gewiß seyn, daß eben Er, als einMühlstein am Halse, den aus Wogen schwimmen-den Leichnam zuletzt doch in den Abgrund ziehenmüsse und ziehen werde. Die jüdisch-griechisch-römisch-altfränkischen, unbequemen Altargewandeund die mit ihm verbundenen Bedürfnisse, Einkünfte,Sünden und Schulden ziehn ihn unbarmherzig dar-nieder. Wie Jerusalem, Babel, Memphis, Alex,