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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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169
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Vom Geist des Christcnthums. 169

da das alte Christenthum nur Versammlungen derGemeine, Bet Hauser, gekannt und unter heid-nischen Völkern lieber ihre G e r i ch ts ha u sc r alsGotzen-Tempel zur Versammlung gewählt hatte.Opfer sollten dem Christenthum durchaus unbekanntseyn; und doch wollte man auch ihrer nicht ent-behren. Man ließ nicht nach, bis man zu einemdurch die kühnste magische Verwandlung bewirkten,ewig blutenden Zaubcropfer gelangt war, solchesmit Pomp Gott nicht nur täglich vorhielt, sonderntäglich erschuf und machte. Diesen Pomp ansehnlichdarzustellen erfand man Altäre, Wandelgange, Prie-ster, Priesterordnungcn, heilige Gewände; ein Ap-parat, den man aus dem Juden - und Hcidenthumzusammentrug, dem zu Gefallen man die geistigstenSymbole wiederum in körperliche Symbole zurück-zwang, und reine Gedankenbilder aufs neue zuSchattengestalken machte. Da diese Gebräuche ausverschleimen Völkern genommen, dem Genius derverschiedensten Völker bequemt, überhaupt aber ineinem rohen Zeitalter zusammengeordnet wurden:so erhielt das Ganze derselben eine so groteske Ge-stalt, daß ein großes Gewöhnen der Sinne und einetiefe Resignation dazu gehört, um nicht manche der-selben kindisch oder ärgernd zu finden. Die mosai-schen und viele heidnische Gebrauche in ihrem Local-und Nacional-Zusammenhange betrachtet und aufihre Zeit berechnet, waren oft würdiger, einfacherund edler als dieser Cerimoniendienst, der kein Va-terland hatte, ein Raub der verschiedensten Völkerund Klimate. Manchen Ländern ward er sogar inAnsehung seiner Materialien drückend, weil sie dieseentbehrten, und zuletzt alles in ihm käuflich und