i 63 Dom Geist des Chri stcnthums.
fortwachsenden Bedürfnissen der größeren Menschen-menge konnten die nolhwendigen Erfordernisse derOpfer nls Lebensmittel für Menschen doch gewißmenschlicher d. i. heiliger angewandt werden, alswenn sie im Rauch gen Himmel stiegen. Selbstdie Weiseren der jüdischen Nation hatten dies vor-ausgesehcn und darauf vorbereitet; (Pf. 40, 7 — 9.Pf. 5 o. 5 r, 18— 2r. Jes. 1, 10 — r8.) bis endlichder alte Wunsch zur That und das Nutzlose, kost-bare Ceremonienwerk abgethan ward. Wer warsder diesen Schritt that, und mit ihm eine Befreiungbewirkte, die nicht nur zu einer nützlicher» Haus-haltung mit den Gaben Gottes, sondern auch vorAllem zu einem reinen Opfer des Gemüths cin-lud? Das Ehristcnthum. „Gott ist ein Geist,rief cs mit mächtiger Stimme aus; er will im Geistverehrt seyn." Verlassen standen also bald die Opfer-stätten. Das Andenken selbst der größesten Natio-nalwohlthat, der Befreiung des jüdischen Volks solltenicht mehr durch ein blutendes Lamm; das Anden-ken einer größeren geistigen Befreiung des Menschen-geschlechts sollte durch ein freundschaftliches Gastmalgefeiert werden. (Matth. 26, 28.) Die Opfer - undCeremonienzeit war vorüber.
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Freilich vergaß diesen Zweck der Stiftung desChristenthums das S ta a t s ch rist en th u m baldso sehr, daß es nicht nur kostbarere neue Gebraucheeinführte, sondern auf dieselbe einen Werth legte,den kein Jude und Heide je auf die seinigen gelegthatte. Man zerstörte die Tempel der Abgötter undbaucte sich aus den Trümmern der alten neue Tempel,