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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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167
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Vom Geist des Christenthums. 167

den mehr heilte, und gar, ihrer Bestimmung ent-gegen, ein todtes Idol der Anbetung worden war,stand da und niemand wagte sie.zu berühren.

2.

Es kommt die Zeit, sprach Christus, ja sieist schon da, daß man weder auf diesem noch aufjenem Berge mit solchen oder andern GebrauchenGott anbeten wird: denn Gott ist Geist. DieCercmonienzeit ist vorüber."Mit Einem Opfer,sagen die Apostel, sind alle Opfer abgethan undvollendet; der Tempel des heiligen Geistes ist einlebendiger Tempel; der Tempel Gottes sepdIhr." Die Vorsehung selbst begünstigte diesen großenSchritt, indem das irdische Haus, in welchem alleinrechtmäßige Opfer gebracht werden konnten, zerstörtward. Der eigentliche Schauplatz des ganzen Schat-tcndienstes jüdischer Gebrauche ging mit jenem Tempelzu Grunde.

3 .

Unverkennbar ist die Wohlthat, die dem Men-schengeschlecht durch diese Entfesselung zu Thcil ward:denn denke man sich jenen Opferdienst, da tausendund abermal tausend Ochsen, Böcke und Schaafebluten mußten, um Gott zu versöhnen; denkeman sich den größesten Theil der Religion als einSchlachter-Handwerk; wer könnte den Anblick ertra-gen? Und welche Begriffe gäbe cs unter Juden undHeiden von der Gottheit, die diese Opfer annähme,die ihrer bedürfte! Also kam auch hier das Chri-ssenthum der menschlichen Vernunft, ja der Acmuthselbst zu Hülfe: denn bei den angewachsenen und