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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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165
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Vom Geist des Christenthums. r65

gefaßt, und dir zu eigen gemacht werden; sonstspricht weder Lehre noch Begebenheit, weder Bibelnoch Schrift für d i ch. Nutzt dir eine Unterwei-sung in einer dir fremden Sprache?

Sechstens. Set nicht zu strenge dar-über, wie sich ein andrer über sein In-nerstes ausdrückt; eben weil es sein Inner-stes ist, so hat er über das Scinige, wie du überdas Dcinige den eigensten Ausdruck. Den Stolzdes geistlichen Richtens und Haderns vermeide über-haupt. Ein Mensch, der nach Graden der Erleuch-tung und Wiedergeburt Werth und Seligkeit ver-theilet, will ein Gott seyn, und wird ein Thor oderein Dämon. Lies über Dinge dieser Art die Kriegeund Siege der christlichen Sekten aller Zeiten, allerVölker; du wirst oft staunen, oft zürnen, öftercrröthen, und unter allem Siegsgeschrei immer nurden Duldenden lieben, den nachgebendenPrüfer bewundern.

Siebentens. Wann kommt der Chri-stenheit über Sachen d i e se r Ar t e i n eSprache wieder, die uns so natürlichund verständlich ist, wie jene in denSchriften der Apostel es zu ihrer Zeitwar? Der rcchlvcrstandne Sinn und Geist desChristenthums bringt ihr diese Sprache wieder.