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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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160 Vom Geist des C hr i sten th u m s.

Klostergelübde, sind Abwege des Antichrisis, Wegeeines sichern Verderbens. Die Geschichte des Chri-stenthums selbst , sobald cs diesem ersten Gesetz seinerStiftung nicht folgte, hat dies gnugsam erprobet.

16.

Der Redlichste, der in Einkehr auf sich übersich selbst brütet, der Mensch, der ohne Wir-kung auf andre sich selbst zum leidenden Object derWirkungen Gottes macht, gerath in Dünkel. Ecerfindet und was erfand er? Geheime Wegeder Abstraction, Reinigungen zu einer Vergött-lichung und Vergottung seines Wesens.Er gerielh auf den dunkeln Grund seiner Seele,aus dem ihm ein Licht aufgehen sollte. Dies Lichtging in ihm auf: (denn der Mensch kann viel aussich erzwingen;) aber es erlosch wieder, und so quälteer sich, zuweilen lebenslang, mit abwechselndenGemüthszustanden des Lichts und Dunkels, der er-freuenden und betrübenden Gnade ohne Zweck undZiel. Manche Lebensbeschreibungen solcher Heiligensind wahre Krankheitgeschichten, voll rothcr undschwarzer Tage, wo Alles zuletzt auf Einen Feh-ler hinauslauft, daß der Leidende aus Schwache oderaus Stolz sich selbst viel zu viel bemerkte.Nimm dein Bette und gehe heim !" spricht Chri-stus. Laß dein inneres Licht für andre leuchten,deine Fackel für andre brennen; in ihnen erkenneund fühle dich. Sey wirksam im Geist, nichtüber dir selbst entschlummernd. Ein lebendigesWort dieser Art würde manchen froh und nützlichgemacht haben, der auf dem Wege der Selbst-

Ver-