Vom Geist des CH ri st cn th u m s. i53
dazu stifteten sie Gemeinen. Ernste Lebensweisheitspricht im Briefe Jakobus; brüderliche Liebe inJohannes Schriften, ein fester Muth in PetrusBriefen; die Briefe Paulus sind voll Leben undBewegung. Acußerst mißverstanden werden einigeseiner Allegorieen, wenn man aus sie einen herbenJansenismus oder einen süßsauren Pietismus bauenwollte.
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Wenn den Ebraern z. B. von alten Zeiten herder Ausdruck einheimisch war, das Schwache, Nie-drige, Gemeine, so wie noch mehr das Sündliche,Lüsterne, Trage in der menschlichen Natur Fleischund was diesem wirksam entgegcnstehct Geist zunennen, und vornehmlich Paulus diese Ausdrückeder Sprache des Christenthums einführte; gewiß hater sie ihr in dem damals allbekannten Verstände,nicht aber in einem ihm völlig fremden Mönchs-sinn cinverleibet. Der Knechtcsdienst der Juden,das wüste Leben der Heiden hieß ihm Fleisch; Geistdes Herren, Geist Christi war ihm der freie Sinn,die tugendhafte Wirksamkeit, die dem Christenthumgeziemte. Dem tobten Buchstaben des Gesetzes so-wohl , als dem kriechenden Gange nach alten Ge-wohnheiten und Lüsten stand sein lichtvollerGeist, der geistvolle ausgerichteteMens ch entgegen. Und da jeder Sterbliche dieszweifache Gesetz in seinem Busen traget, indem dieuns angeborne oder angewohnte Trägheit und Unartuns an vielem, oft an allem Guten hindert, Pau-lus aber hier einen Brief schreibt; wie anders alsdaß er mit der ihm eigenen Bescheidenheit diesen