^44 Vom Geist des Christenthums.
II. Wundergabcn des Geistes.
i.
So jugendlich es ist, Wunder, die als solchejeitmäßig erzählt werden, aus der Geschichte hinaus-zudeuten; (eine Kunst, die ihre wenige Mühe seltenlohnet;) so ists nicht minder unmännlich, Wundcr-gaben dahin zaubern zu wollen, wo die Geschichtevon ihnen nichts weiß, ja wo die handelnden Per-sonen der Geschichte sie absichtlich entfernen. Wennin der Sprache des werdenden Christenthums dieneugepflanzte Gemeine der Leib Christi, einTempel des heiligen Geistes hieß: so heißenim Zusammenhänge der Rede die Kräfte, die diesenKörper belebten, die Gaben, die in diesem Tempeldienten, nothwendig geistige Kräfte, Gabendes b el c be n d e n G e i st c s , ohne daß sie des-halb Prodigien oder Mirakel zu seyn sich anmaßten.Denn mit dem Anfang des Christenkhums horte jadie Natur nicht auf; vielmehr suchten die Einrich-ter desselben manche sonst nicht gebrauchte Natur-gabe zu heiligen, d. i. dem Christenthum brauch-bar zu machen, damit in diesem neugepflanztcnWeinberge jede Rebe am Weinstock ihre Traubetrüge.
s.
Vor allen war Paulus ein rüstiger Bearbeiterdieses Weinberges, ein wirksamer Einrichter der so-genannten Haushaltung des Geistes.Wie seine alteren Milbrüder zum Dienst der Ge-meine selbst in wirthschaftlichen Dingen tüchtige
Männer