240 Vom Geist des Christen thums.
wahre Gott jeden vor einem Zustande solcher Er-fahrung , wo alle eigne Gedanken ihm schwinden,und ein fremder Geist durch ihn schreibet.
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Denn wenn ein guter Geist ohne mein Wissenund Wollen mir Gedanken einhaucht: kann mir einböser Geist nicht auch dergleichen einhauchen? Undso sind wir wieder in jener Zeit des Pöbelwahnsgeistiger Besitzungen, dämonischer EinhauchungenA. f., bei denen sich der Eingehauchte und Uebcr-wältigte mit Recht schuldlos, aber äußerst unglück-lich fühlet. Vielleicht gicbt es keinen schrecklichernWahn, als sich mit kindischer Scheu vor einemfremden Geist, der in unserm Geist sein Werk trei-bet, fürchten. Niemand ist sodann seiner selbst,seiner Gedanken und Sinne, seines Wollens undStrebens mehr mächtig.
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Woher kommts, daß Menschen, denen dieserWahn ein früher unauslöschbarer Eindruck ward,die Bibel nie so natürlich und gern lesen, ihren,ich mochte sagen unermeßlichen Vorrath lehrreicherSituationen und Vorträge nicht so unbefangenschätzen, als wenn sie ihn in einer andern Samm-lung Schriften, in Griechen und Römern fänden?Mit geheimer Scheu, mit panischer Furcht gehensie an diese Schriften, in denen nicht Menschensprechen, sondern ein unbegreiflicher Geist redet. Aneinem Haar ihres Haupts über sich und aus sichgehoben, treten sie in einen Zauberkccis, in welchemihnen Nebelgcstalten erscheinen sollen; sinds Men-