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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
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135
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Vom Geist des ChristenthumS. i35

man sich an ihnen ein zusammenhängendes Gebäudeoder Gewebe.

15.

Und je tiefer man hinter diesem Gewebe dengeheimen Sinn vermuthete, der, unabhängigvom Sinn der Worte, den Schriftstellern selbst un-bekannt, ein Sinn des Geistes scyn sollte, jadazu eigne Regeln erfand, desto näher kam mander Eingeistung. Mit jeder neuen künstlichenRegel zu Aufsindung eines solchen geheimenSinnes ward den Schriftstellern ihr Gedanke,ihr Ausdruck entnommen; ein fremder Geist hattediesen Sinn in ihre Schriften gelegt und durch sie,ihnen unbewußt, nach solchen und andern Aussich-ten visiret. Der Ursprung der ganzen Hypotheseist also eigentlich kabbalistisch.

16.

Diesen jüdischen Kabbalismus brütete die Alex-andrinische Philosophie aus, und gab ihm durch ihrSpielwerk von Lobsprüchcn und Platonischen Phrasenein glanzendes Kleid. Da den uralten Ebraern derProphet ein Bote Gottes gewesen war, der desHerren Wort zu sagen hatte und mit ganzer Machtseiner Seele sagte; so war er dem Philoeiner,der nichts von ihm selbst und von Allem nichts weiß,auch nichts Eigenes hervorgiebt, so lange er Gottesvoll ist. Seine Vernunft ist bciscit gewichen; siehat die Burg seiner Seele verlassen, sobald göttli-cher Geist über ihn kam, und ihn cinnahm. DerGeist rührte das Sailcnspicl seiner Stimme zuweissagen."Ein wahrer Prophet, sagt Philo,