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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
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Vom Geist des C hr istcn thu ms. 129

heimer Ahnungen schloß sich auf; ihr väterlichesGefühl erwachte; Geist Gottes kam über sie, siesprachen. Weissagend sprachen sie; gleichsam imNachgefühl ihres ganzen Lebens, im vollen Vorgcnußder Zukunft ihres Geschlechtes. Wer sie in diesenAugenblicken einer durchblasenen Maschine glcichach-tet, ist unwürdig, den Spruch ihres väterlichenHerzens zu lesen.

5 .

Wenn Mirjam, die Schwester Moses, an derEhre und Freude ihres Bruders thcilnehmcnd, ihrganzes Geschlecht begeistert; sie singt die durch ihngeschehene, ewig glorreiche Thal, die Befreiung desVolkes; wer dachte bei deb Cymbel, die sie rührte,daß sie selbst in diesem Augenblick nur eine Eymbel,ein Saiten - bespanntes Sistrum sey, das eine fremdeHand rühret? Wenn Moses in seinem letzten Liedeund Segen allen erlebten Gram, alle empfundeneFreude seines Herzens in Dank, in Wunsch, inLehre und Warnungen ausgießt; wer wäre so kühn,diesem alten Drako eben im reichsten Ausdruck seinerErfahrungen Gefühl, Gedanken, die Erinnerungseines Lebens zu rauben, damit ein Andrer für ihnspreche und denke? Wenn die Feldherrinn Deborahein Republikanisch-taktisches Siegslied anstimmet,das nach den Localumstanden der Schlacht jedes Ver-hältnis; und Mißvcrhältniß ihres Volks bis auf ein-zelne Stämme und Personen preisend, tadelnd,sogar spottend aufdcckt, wer ist geneigt, etwas an-ders zu hören, als ein Lied der Deborah, von ihrerSeele gedacht, im Affect ihres Eemüths empfangenund geboren? Wer, der die Psalmen liefet, fühletHerders Werke j. Nel. u. Lheol. XII. I