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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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128 Vom Geist des Christ? nthums.

so mußten ihre Eselingedanken der sie ergreifendenMacht Mitwirken; sonst sprach nicht sie, sondernder sie ergreifende fremde Gewalthaber. Wenn dieSibylle, wenn Pythia auf dem Dreifuß, (Kompane,auf welche man sich zu berufen pflegt,) dergestaltvom Apoll durchblasen wurden, daß am Schallder hervorgedrängten Worte ihre Seele durchaus nichtTheil hatte: so war in diesen Augenblicken die

Durchblasene kein Mensch mehr, sondern ein spre-chendes Kunstwerk.

3 .

Ganz «inen andern Anblick geben uns von denältesten Zeiten an die Gesänge, noch mehr aber dieUnternehmungen und Thaten, die in den Schriftender Ebräcr der heiligen Begeisterung zugeschriebenwurden. Eben in ihnen sehen wir die Kräfte desBegeisterten im freudigsten Spiel. Er scheint sichselbst zu übertreffen, * weil keine seiner Fähigkeitenschläft, weil alle in Eintracht wirken. Das tönendeInstrument, rein gestimmt, ohne widrigen Zwischen-laut, giebt den ganzen, schönsten Akkord seinerTöne.

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So z. B. denken wir uns jene Erzväter, wennsie die Erfahrungen ihres Lebens zusammennehmend,ihren Söhnen und Nachkommen Segen zuthcilten.Der Charakter der Söhne, das Schicksal, das inihnen lag, ihre Verdienste und Fehler, die den Vä-tern geschehene Verheißungen, die Glücks - und Un-glücksfälle ihres eigenen Lebens waren in der Seeledes Sprechenden; die Stunde kam; das Buch ge-heimer