L3o Vom Geist des Christenthums.
sich nicht in Davids und ihrer andern VerfasserSeele? Jede lebendige Situation wird uns gegen-wärtig , in welcher dieser sein Leid, jener seineFreude, alle ihre Hoffnungen und Wünsche, alleden Glauben ihres Herzens im eigensten Ton desMoments singen und sagen. Dem alten Königewaren diese Augenblicke seiner Begeisterung die schön-sten Erinnerungen seines Lebens; Augenblicke, dader Sänger Israels, liebcnswerthcc seinem Volk indiesen Liedern als in den vollführten Thaten selbst,von sich mit freudigem Ruhm sagte: ,,Hauch Got-tes wehte mich an; auf meinen Lippen schwebteseine Rede."
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Die Sprüche Salomons und andrer Weisen,wer wird sie für etwas anders, als für reife Re-sultate erlebter Erfahrungen halten? Das Hoheliedfür etwas anders, als für eine Sammlung erlesenerScenen jugendlicher Liebe? DaS Buch Hiob füretwas anders als für eine groß und tief gedachteComposition über die herbsten Schicksale des mensch-lichen Lebens? Wer in den Propheten nicht den ver-schiedenen Charakter ihrer Denkart, ihrer Zeiten undSituationen erkennet, und in allen nur denselbenfremden Leiermann höret, der jetzt unter solchem,jetzt unter einem andern Namen sein Lied spielet,dem blieb der Geist der Propheten in ihren mannich-saltig-abwechselnden Gemahlden fremde.
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Denn eben daß ich mich in deinen Geist setze,du großer Jesaias, und auf den Schwingen desselben,