Vom Geist des ChristenthumS. 127
Sechster Abschnitt.
I. Ei'ngeistung.
Man sollte glauben, daß bei dem AusdruckGeist Gottes, Gaben des Geistes, jedeMenschenseele sich edle Gaben, mithin auch denwirksamsten Zustand des Gcmükhs, eine Anwendungaller Kräfte in größestcr Harmonie und Ordnungdenken müsse und denken werde. Die Sprachen deralten Welt drucken einen solchen Zustand aus, wennsie von Gaben der Götter, von himmli-scher Begeistrung reden. — Eine niedrigeDenkart dunkler Zeiten indcß hat ein andres beliebt.Der vom GeistGetriebenesoll eine Or-gelpfeife gewesen seyn, durch welche der Wind blies;eine hohle Maschine, der alle eigne Gedanken ent-nommen waren.
2.
Etwas Ocdercs ist in der menschlichen Naturschwer zu denken; ja auch als Einöde ist dieser Zu-stand kaum denkbar. Eine Mcnschenseele, der alleGedanken mit dem sie begleitenden Naturausdruckaufhören, ist kein Lebendiges mehr: denn jedes
Leben erweiset sich nur durch die ihm natürlicheWirkung. Wenn Bileams Eselin sprechen sollte.