Vom Geist des C h r i ste nth u m s. 126
und wenn man diese nach und nach ihm selbst wie-der aufzwang , so war dies eben eine Sünde gegen denGeist des Christenthums, ein crimen laesas.
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Gegen Uebcrtreibung auch guter Kräfte undWirksamkeiten ist das Christenthum gestiftet: dennes bringt alle unter Ein Gesetz, Billigkeit undLiebe. Was nicht frommet, wenn es sich auchmit dem seltensten Ansehen schmückte, ist nicht christ-lich ; Menschen ° und Engelzungcn , Weissagungen,Wunderkräftc sind ohne Liebe nichts: daher Paulusauch gute Gaben, so bald sic in Schwärmerei aus-artcn, strenge einschranket. Die Weiber heißet erschweigen in der Gemeine; den beredten Vortragunterwirft er dem gesunden Verstände (v«s), undnennet das Reden in fremden Zungen kindischesSpielwerk. Unordnungen bei sogenannten Licbes-mahlen tadelt er scharf, und kennet nur eine Regelder guten Ordnung, Brauchbarkeit zum ge-meinen Besten.
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Wie entfernt von Schwärmerei ist der Inhaltder Briefe der Apostel! Sie ehren alle Aemtcr, sieschonen alle, auch die härtesten Zustande der Gesell-schaft und zeichnen jedem seine Pflicht vor. Ihrestille Begeisterung stehet dem Revolutions-Fanatismusso ganz entgegen, daß man ja dem Christenthumeben seinen Duldungsgeist, seine Allgefalligkeit,seine Biegsamkeit unter den Druck der Ty-rannen oft und immer zum Vorwurf gemachthat. Nicht mit Waffen irrdischer Macht, mit Waffendes Geistes sollte cs kämpfen; (Ephes. 6, 10—17.)Diese Waffen verwunden nicht, sondern sie heilen.