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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
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123
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Vom Geist des Cheistenthums. 123

mehrere, je edlere Kräfte sich in ihr regen, destomehr erscheint sie uns geistig, geistvoll. Einen Men-schen können wir nicht höher als mit dem WortGeist ehren, und den wirksamsten Zustand seinerKräfte wissen wir nicht anders als mit dem WortBegeisterung zu bezeichnen. Durch sie erhalten alleunsre Fähigkeiten Schwung, Richtung, Wirksam-keit, Eintracht, Beharrung, Leben; durch sie wardalles Große, Gute und Schöne bewirkt, das je be-wirkt ist, ja das Unmögliche möglich. Die Völkerder alten Welt kannten keine edlere Auszeichnungvorzüglicher Menschen, als sie zu Wohlthätern ihresGeschlechts von einem höheren Geist beseelt zu glau-ben; und noch wissen wir die wesentliche Kraft derGesetze, der Einrichtungen, der Wissenschaften undKünste nicht anders als mit dem Wort Geist zubezeichnen. Wie? und wir wollten dem menschli-chen Geiste den Geist rauben und dessen edelstenZustand, die wirksamste Aeußerung seiner KräfteBegeisterung verschreien, brandmarken, um inkalter Trägheit vernünftig. vernunftlos zu ver-modern?

5 .

Hinweg also mit jeder falschen Scheu und Schaamvor der heiligsten und reinsten Fassung menschlicherSeelen! Hinweg mit jedem verunstaltenden Bei-namen, den man ihr zur Kränkung erfunden! Be-geisterung ist keine fanatische Schwärmerei; beidestehen vielmehr, wenn jene rechter Art ist, einan-der gerade entgegen. Ohne Begeisterung ist nieetwas Großes und Gutes entstanden; fanatischeSchwärmerei hat nie ein dauerhaft Gutes gestiftet.

6 .

Denn was ist Schwärmerei, wenn man