Vom Geist des EhristenthumS. irr
Geist Gottes gemocht gewesen. Auf Moses beiseinen Thaten und Einrichtungen, auf den Aeltesten,die seine Stelle vertraten, hatte Geist Gottes geru-het. Geist Gottes hatte das Volk in der Wolken-und Feuersaule geleitet; ihr Führer, Wegweiser warEr gewesen; Ihn hakten die Widerspenstigen erbit-tert und betrübet. (Jes. 40, io. ir. Pf. 106, 14.32 . 33 .) Was den jüdischen Staat, eine Theo-kratie, gegründet, belebt, erhalten hatte, hießGegenwart Gottes, Wohnung des Heiligen unterihnen, Gottes Geist. Durch ihn hatten die Pro-pheten gesprochen, in Zeiten des Verfalls den Bunderneuert, und künftigen Zeiten einen reinigendenGeist, eine freiere Ansicht der Dinge, eine neueHaushaltung Gottes verheißen. Ihre Zeugnissedarüber führte man nicht anders als mit dem Aus-druck an: „der Geist spricht! der Geistdeutet." Die alte Verfassung hieß ein ReichGottes unter der Haushaltung seinesGeistes; wie konnte die neue Verfassung heißen?
2.
Nicht anders; nur sollte sie es eben in derversprochenen höheren Art werden. Aus jenem altenBuchstaben sollte der Sinn, aus alten Gebrauchender Geist hervorgehn und eine neue Einrichtung derDinge eben das Werk, die Verfassung die-ses Geistes werden. Ein Testament desGeistes, nicht des Buchstabens, nicht fortdau-render Schattengestalten; ein Reich Gottes, durchAnbau geistiger Gaben in Gerechtigkeit, Friede,Freude.