io4 Vom Geist des Chrkstenthums.
Luther, keine Verfassung des Traurens; mit demDel der Freude sind Christen gesalbt, vom AnhauchGottes belebte siegreiche Könige, einer fröhlichenZukunft gewisse, freudige Propheten. —
IV. Geist Gottes, Richter der Völker.
i.
„Mein Hauch, hieß cs in jener alten Schrift,soll nicht mehr Aconen-Hin mit dem Menschenge-schlechts rechten : sie sind ein verderbtes Geschlecht,Fleisch." — Dies Richteramt unter den Men-schen ward im ebraischen Redegebrauch fortgehenddas Geschäft des heiligen Athems und Wortes Got-tes, der göttlichen Beseelung. Der schwache irrdischeTheil im Menschen bildet (hieß es,) sinnliche Ge-danken , gemeine, niedrige Begierden; ihm ist einRichter vorgesetzt, ein Zurechtweiser und Unterschei-der. Die edlere Kraft im Menschen, die wir dasGewissen nennen, nannten die Ebraer ein hau-chendes Wort Gottes, die innere Stimmedes Rechts und der Pflicht. (MN' Ml) Sie sprachdurch den Mund der Propheten, richtend zwischenGott und dem Volk, einem zweischneidigen Schwerdtgleich, (Ebr. 4, 12.) gleich einem Hammer, derFelsen zerschmettert. (Jer. 23, 29.)
2.
Auch vom Munde Christi gieng also in derSprache der Ebraer dies zweischneidige Schwerdt aus;(Offcnb. 1, 16. Jes. 11, 4.) sein Geist sollte richtenunter den Völkern. (Joh. 16, 6 — 11.) „Möge