Dom Geist des Christenthums. io5
die Welt, der Aeon, es zugestehen wollen oder nicht,die Zeit des Aberglaubens und Götzendienstes, desBetruges und der Verblendung sey vorüber."
3 .
Mit überraschendem Erfolg trat zur Zeit deswerdenden Ehristcnthums dieser Richter der Gedankenund Herzen, der wehende Geist unter die Völker:denn aus mancherlei Wegen hatte die Vorsehungdazu bereitet. Jene Mauern, durch welche Nationenund Nationalgottesdienste mit vielen Vorurtheilenvon einander gesondert gewesen waren, sielen morschund mürbe zusammen; Perser, Griechen, Römerhatten dazu auf sanften und rauhen Wegen ihr Werkgethan. Verlassen standen bald die Altäre der Götzen:die Orakel schwiegen, weil niemand sie mehr be-fragte, man schämte sich der alten Auspicien, Au-guricn, Ceremonien und Opfer. Der ganzen Ver-fassung nach traf das Christenthum auf die Zeiteiner großen Entscheidung und sprach dasWort dieser Entscheidung aus, das End-urtheil eines göttlichen Athems.
.V. Anhauch Gottes, der Erwecker mancherleiGaben.
1 .
Längst war von jenen cdeln Sehern der Zukunfteine Zeit verkündigt, da nach aonenlanger NachtLicht aufgehen, und das Erkenntniß Gottes ver-breitet seyn sollte, wie das Weltmeer den Abgrunddeckt. Es war eine Zeit verkündigt, da kein Bruder