Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
100
Einzelbild herunterladen
 

Verstand und Weisheit, Math und Stärke, Er-kenntnis und siiechtschaffcnheit sollte Er besitzen; erwürde schnell fassen , hell blicken, scharf unterschei-den , mit dem Blitz Eines Worts Recht und Un-recht trennen, den Unterdrücker zerschmettern, demUnterdrückten helfen. Jede edle Menschen - undKönigsgabe ist ausgezeichnet in seinem Bilde, (Jes.11,15.) und der Prophet selbst, wenn er soglückliche Zeiten ankündigt, fühlt sich einen Gesalb-ten, einen Bräutigam, einen König. (Jes. 61, i 3.)

4 -

Konnte es anders seyn, als daß, wenn dieEvangelien die Ankunft dieses Ncichbegabten melden,sic diesen göttlichen Anhauch an ihm erkannten?Das Ideal, das ihnen ihre Sprache gab, das vonder gesummten Vorzeit gezeichnet dastand , hieß GeistGottes, d. i- die Summe aller Kräfte, deredelsten Gaben und Talente. In ihrerSprache wars also der reinste Ausdruck: er warvom Geist gebildet; Kraft des Höchsten halteihn belebet, Ihn den Einzigen seiner Art, GottesLiebling." (Luc. i, 35.) Was schwach geboren ist,sagt Christus, ist schwach und von alltäglicher Denk-art; was unter dem Anhauch Gottes geboren ist,hat Kräfte, die dem gemeinen Sinn unbegreiflich,auf unerkannten Bahnen mit Macht und Schnelledes Windes wirken. (Joh. 3, 6 3.) Ein Menschkann ihm nichts nehmen, sagt der bescheidene Jo-hannes, es werde ihm denn gegeben vom Himmel.Ein irdischer Mensch denkt in einem Kreise irdischerGedanken, über welchen er nicht hinaus kann; der