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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
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Dom Geist des Christenthums. g3

desto sicherer scy man, daß sic nicht im Sinne derStifter gelegen : denn der Sinn dieser ging offenbarauf eine Bildung nicht zum Menschenhaß, sondernzur Menschenwohlfahrt. Je mehr dergleichen Lehrendie Vernunft unterjochen, um dunkle Geheimnisseund einen christlichen Götzendienst sestzustellen, destosicherer sey man, sie lagen nicht im Sinne der Stif-ter : denn diese giengen, wie wir sehen werden, ebendarauf hinaus, todten Formeln Geist zu geben,das Reich der Nacht und des Aberglaubens zu zer-stören. Je mehr frommer Betrug endlich in dieseLehren sich cinwebte, je mehr böse Leidenschaftenman dabei zu Hülfe rief und nährte; desto sichererglaube man sich entfernt von einem Geist, der Auf-richtigkeit, eine mit Lügen nicht gemischte Güte undWahrheit liebet.

ro.

Da aber von seinem Anfänge an das Christen-thum nicht Lehre allein, noch weniger ein todtesSystem von Worten und Gebräuchen, sondern einlebendiges Institut war, so mußte es alssolches die Natur und den Gang aller Institute haben.Wer hierin etwas anders erwartet und eine Anstaltunter Menschen, durch Menschen fortgeführt, den-noch von menschlichen Kräften und Bestrebungen,von Jrrthümern und Schwachheiten, ja von allenAnlassen und Zufallen der Zeit rein abgesondert denkt,um sich einen Gottesstaat zu erträumen, derbegehrt eine Geschichte, die keine Geschichte ist, nochseyn kann. Also wäre es dem Christenthum keinVorwurf, wenn man

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