Vom Geist des Christenthums. 893 .
Wenn ich z. B. in Erwartung übernatürlicherKräfte die mir geschenkten natürlichen Gaben nichtanbaue und mich ihres Gebrauchs scheu und knech-tisch begebe, verwahrlose ich mich nicht selbst? ver-grabe ich nicht wie ein Ungetreuer mein Talent irrdie Erde?
4 -
Oder wenn ich irgend eine ungewöhnliche Na-turgabe für übernatürlich ausgebe, betrüge ich nichtmich und betrüge andre?
5 .
Wenn ich einen kleinen Kreis meiner inner»Erfahrungen als Summe aller Erfahrungen an-nchme, und mich im Kleinsten und Größesten an-dern zum Muster ausdrange, bin ich nicht ein ge-fährlicher Thor?
6 .
Und wenn ich eine mißverstandene Geschichtealter Zeiten für die Geschichte meines Tages halte,bin ich cs minder?
7 -
In allem diesem müssen wir rein und gewißseyn: denn Halbwahrheitcn und Halblügen, alsWirkungen und Wege des Geistes der Wahrheit aus-gesprochen, sind eine harte Beleidigung dieses Gei-stes. Schaden und Schande hat es der Christenheitgebracht, daß man einst den frommen Betrug(xiarn krauäsrn) auch 'zur Oekonomie des heiligen