Vom Geist desChristenthums. 83
verderben, indem sie Mittel verschreibt, sich mitdem H. Geist abzufinden; Vergebung der Sün-den sich zu erkaufen, zu er steh len."
»r.
„Wenn es das Amt des Geistes ist, die Kircheim rechten einigen Glauben zu erhalten, wie tyran-nisch übte man diese Vollmacht aus! — Sobald eseinem Eoncilium, einer Synode einsicl, zu sagen:„es gefallet dem H. Geist und uns, euchLehren vorzuschreiben, die ihr noch nicht kanntet,Formeln euch aufzudringen, denen ihr widersprecht,Geheimnisse, die ihr nicht zu begreifen eingestehet;ein Joch, das zwar eure Vater nicht getragen, Ihraber fortan in allen Generationen auf ewige Zeitenhinab tragen sollet, bei Strafe des irrdischen undhöllischen Feuersund wenn dieser ungeheurenGeistes - Vollma ch t der weltliche Arm treu-dienstbar, zu Gebot stand, welchen Gräueln machteman dadurch Raum ! welche Ungereimtheiten durftencanonisirt werden! In Versammlungen, denen derH. Geist sehr fremde war, sang man am lautstendas Veni crsstor. Der sxiritus sanctus kamnicht; statt feiner aber wetzte der Geist der Zwietracht,des Hasses, der Rache und der Verfolgung, derGeist der starren Dummheit, der listigen Staats-klugheit, des Eigennutzes, des Ehrgeitzes geheim oderoffenbar seine bluttriefende Klauen. Selbst imschwarzen Gericht der Inquisition ward der Geistangerufcn, daß er mit Martern quäle und mitFeuer taufe. O ihr Verfolgten, ihr Ermordeten,eure Angstseufzer rufen noch; euer Blut schreit analler Welt Ende." —
F 2