unsrer Evangelien.
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L7. Ueberhaupt sind unsre Evangelien einanderschnell gcfolgct, und die Kirchensage giebt uns darüberein sehr merkwürdiges Datum. *) Als das Ehristen-thum im Orient hart bedrängt ward, Paulus undPetrus in Rom waren und eine Kirche pflanzten; **)da, sagt man, ward in Palästina das Evangeliumder Hebräer geschrieben; da, sagt man, begehrtedie römische Gemeine das Evangelium Marko-Petrus,und der Proto-Apostel willigte darein ; da , sagt man,munterte Paulus den Lukas auf, sein Evangeliumzu schreiben. Ein Evangelium, an dessen Ausgabeman dreißig Jahre nicht gedacht, das man mündlichfortgepflanzt, oder als eine heilige Uebecgabe anver-trauel hatte, legte sich jetzt auf einmal in drei ver-schicdnen Schriften der Welt dar? Der Gesichtskreisdes Christenthums hatte sich erweitert; schriftlicheund zwar griechische Evangelien waren und wurdenunumgänglich. Die Jahre 6r — 64. brachten viel-leicht alle drei Evangelien, (Eins unter ihnen,das gegen dreißig Jahre unausgegeben verkündigtwar,) ans Licht; und die griechische UebersetzungMatthäus konnte auch nicht lange nachbleiben. EineHelle Periode im Leben Petrus und Paulus, daSsich bald endigen sollte. (Jahr 66. 67.) Darauferfolgte dann dreißig, vierzig Jahre hin ein großesSchweigen; bis am Ende des Jahrhunderts Johannesmit seiner Stimme das höhere Evangelium ausrief,das wir vorher betrachtet haben.
aö. Nach diesen Grundsätzen halte ich eineSymphonie der Evangelien, (so nannte es
*) Hievon anderweit mehr.
**) Ii'önaeus I. Z. c. 1.
Herder? Werke z. Nel. u. Theol. XII. E