56 Regel der Zusammenstimmung
So manche Sage (Xovog) in ihm, von der im Mar-kus noch nicht die Rede war, hat er auch, und hatsic mit Unterscheidung, selbst mit Paraphrase ge-brauchet. Den griechischen Ausdruck konnte Lukasvon ihm, dem Syro-Ehaldaer, nicht borgen; viel-mehr hat der spatere Uebersctzer dieses Evangeliumssolchen, wo er durfte, von Lukas gebrauchet. Daßman das Alter der Uebersetzungen und Originalenicht schied, hat eben das Labyrinth der Harmoni-sirung erweitert.
a5.
Gerade was wir von Lukas zu lernen haben,ist seine Freiheit. Wie er dachte, sollen auchwir denken. Was sich nicht annehmen läßt undnicht zu erkundigen ist, bleibe an Stelle und Ort,unbestritten und unbefehdet. Was für uns neuereHellenisten nicht dient, desgleichen. Was sich nichtvereinigen laßt, stehe einzeln da, jeder Evangelistmit seinem Verdienst. Mensch, Stier, Löwe undAdler, sie wollen zusammengehn und den Thron derHerrlichkeit tragen, nicht aber in Eine Gestalt, inEin Diateßaron coalisirt seyn. *) Also
P Diateßaron hieß nämlich ein Eoalitum, einZusammengewachs aus allen vier Evangelisten.Latian brachte eine solche Mißgestalt auf;Theodoret schaffte deren über zweihundert ausden Kirchen seiner Diöcese als Kakurgiccnhinweg. Sollten wir wieder in die AssyrischeBarbarei zurückfallen, eine solche Kakurgie zubegünstigen oder anzustreben? Bier Evangelistensind, und jedem bleibe sein Zweck, seine Gesichts-farbe, seine Zeit, sein Ort.