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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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54 Regel der Zu scimmenstimmung

seyn , da sie eine Landesgeschichte betraf, und in denDenkwürdigkeiten der Apostel frühe gestanden? War-um erzählte er, zumal wenn er in Aegypten schrieb,den Aegyptern nicht die Flucht des Kindes in ihrLand? Warum nicht den Traum vom Weibe Pila-tus ? das Erstehen der Tobten bei der AuferstehungChristi? die Hcrabkunft des Engels beim Grabe?Er, der den Dienst der Engel sehr liebet. In Mat-thäus hat man keinen Grund, diese Stellen füreingeschoben zu halten,*) vielmehr ist erwiesen,daß das hebräische Evangelium mehrere Stellen dieserArt gehabt habe, die der griechische Ucbersetzer selbstauszulassen gut fand. Lucas, der sich vom Anfängean alles mit Fleiß erforschet zu haben rühmet, hattesie zu übergehen gewiß auch Ursache.

aZ.

Und wenn er selbst anführet, daß, als er seinEvangelium schrieb, sich schon viele unterfangen,dergleichen zu schreiben, warum müßten diese Vielenur apokryphischc Schriftsteller gewesen seyn , die zuuns nicht gekommen seyn? Ein Unterfangen, eineKühnheit bei solchem Geschäft ist kein Tadel; eszeigt blos die Bescheidenheit des Ncuunlernehmendenan, der das Geschäft schwer hält, das ihn aberzum kühnen Miteifec reizet. Markus und Lukaswetteiferten von jeher. Ueber den Ersten war sogarzwischen Barnabas und Paulus ein Streit entstan-

*) S tro ths Meinung imEichhornischen Repertorium,Th. g.